Thema des Jahres 2027
Mit dem Thema des Jahres benennen wir Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, und inspirieren zur gemeinsamen Reflexion und Zusammenarbeit.

Gemeinsam Zukunft gestalten: 30 Jahre Deutsch-Tschechische Erklärung
Die Deutsch-Tschechische Erklärung wurde am 21. Januar 1997 unterzeichnet. Acht Artikel, knapp 1.000 Wörter, ein Dokument, um das intensiv gerungen wurde. Es sollte die Beziehungen beider Länder grundlegend neu regeln, es sollte ermöglichen, einen gemeinsamen Weg in die Zukunft zu gehen. „Beide Seiten stimmen darin überein“, so heißt es in der Erklärung, „daß das begangene Unrecht der Vergangenheit angehört, und werden daher ihre Beziehungen auf die Zukunft ausrichten“ und dass „gerade deshalb, weil sie sich der tragischen Kapitel ihrer Geschichte bewußt bleiben, sie entschlossen sind, in der Gestaltung ihrer Beziehungen weiterhin der Verständigung und dem gegenseitigen Einvernehmen Vorrang einzuräumen.“ Beide Seiten erklären deshalb, dass sie ihre Beziehungen „nicht mit aus der Vergangenheit herrührenden politischen und rechtlichen Fragen belasten werden.“
Diese Erklärung war kein Schlusspunkt – sie war gleichzeitig das Ergebnis eines mutigen Dialogs und ein neuer Impuls für eine lebendige Nachbarschaft, nicht zuletzt durch die Gründung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Die Erklärung zeigt, dass Dialog nicht voraussetzt, in allen Fragen der gleichen Meinung zu sein, und es aushält, unterschiedliche Perspektiven nebeneinander stehen zu lassen, getragen von dem Wunsch, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.
Worum geht es uns?
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Deutsch-Tschechischen Erklärung wollen wir mit dem Jahresthema 2027 anregen:
a) sich mit dem Geist und den Auswirkungen der Erklärung zu beschäftigen. Wie haben sich die großen und kleinen deutsch-tschechischen Beziehungen seitdem entwickelt? Wie kann der deutsch-tschechische Verständigungsprozess uns bei der Lösung heutiger gesellschaftlicher Herausforderungen helfen? Was bedeutet für uns heute Mut zum Dialog? Wie können wir die deutsch-tschechischen Beziehungen – in einem vereinten Europa – in den nächsten 30 Jahren gemeinsam mitgestalten?
b) die Bedeutung der Kultur für eine lebendige Nachbarschaft zu unterstreichen.
Willkommen sind deutsch-tschechische Vorhaben, die sich folgenden Themenschwerpunkten widmen:
a) Rückblick. Die Erklärung als Ausgangspunkt: Projekte, die Genese, Kontext und Auswirkungen der Erklärung seit 1997 bis heute beleuchten.
Gegenwart. Verständigung in der heutigen Gesellschaft: Projekte, die sich mit Dialog und Verständigungsprozessen im Hier und Jetzt auseinandersetzen.
Zukunft. Impulse für die nächsten 30 Jahre: Projekte, die sich mit den zukünftigen gemeinsamen Beziehungen, Themen und Herausforderungen beschäftigen.
b) Kulturfrühling 2027: Kulturprojekte, die sich am Programm des Kulturfrühlings 2027 beteiligen (März bis Juni 2027).
Bitte beachten Sie die besonderen Antragsfristen.
Was können wir fördern?
Mit einem erhöhten Zuschuss von bis zu 70% der Gesamtkosten können deutsch-tschechische Vorhaben unterstützt werden, die sich mit dem Geist der Deutsch-Tschechischen Erklärung beschäftigen.
Das Thema kann als Schwerpunkt für schulische wie außerschulische Bildungsprojekte aufgegriffen werden, als Inspiration für künstlerische Auseinandersetzungen dienen oder für Diskussionsformate zivilgesellschaftlicher oder akademischer Akteure genutzt werden.
Antragsfristen mit Ausnahme des Kulturfrühlings 2027
Erste Förderanträge für Projekte im Rahmen des Jahresthemas 2027 können bereits bis zum 30. September 2026 eingereicht werden, danach zum Ende eines jeden Quartals, letztmals zum 31. Dezember 2027. Bitte planen Sie zur Vorbereitung des Antrags genügend Zeit ein.
Bis zum 30. September und 31. Dezember 2026 können zudem auch noch Förderanträge für Projekte zum Jahresthema 2026 Die Generation unseres Jahrhunderts eingereicht werden.
Antragsfristen bzw. Fristen für die Einreichung von Projektskizzen im Rahmen des Kulturfrühlings 2027
Bedingung für die Antragstellung ist die vorherige Einreichung einer Projektskizze bis spätestens zum 15. September 2026. Der Termin für die Antragstellung wird anschließend mitgeteilt.
Förderbedingungen
Zur Gewährung eines höheren Zuschusses muss ein Projekt vorgelegt werden, das sich auf einen oder mehrere der oben genannten Themenbereiche bezieht und diese als thematischen roten Faden im gesamten Projekt nutzt. Der Förderantrag muss innerhalb der genannten Fristen gestellt werden, die Umsetzung des Projekts kann sich jedoch auch bis in das Jahr 2028 erstrecken, mit Ausnahme der Projekte des Kulturfrühlings 2027.
Bitte besprechen Sie Ihre Vorhaben im Rahmen des Jahresthemas vorab mit uns.
Ist etwas unklar geblieben?
Wenn Sie Fragen haben oder Ihr Projekt vorab besprechen möchten, wenden Sie sich bitte an Jacob Venuß oder Martin Hudec (Kulturfrühling 2027).
jacob.venuss@fb.cz
+420 266 312 004
+420 739 222 174
martin.hudec@fb.cz
+420 266 311 174
+420 739 286 062


