Alles andere zeigt die Zeit
Filmworkshop junger Deutscher und Tschechen mit Zeitzeugen der Geschichte des Dreiländerecks zum Thema des Jahres 2026. Unser Projekt des Monats Mai.

Die Grundlagen des Filmhandwerks erlernen, einen Dokumentarfilm drehen und ihn auf einem Festival präsentieren – so lautete das Ziel junger Menschen im Alter von 16–22 Jahren. Deutsche, Tschechen und Polen bildeten bei dem Filmworkshop ein Team und erlernten während ihres neuntägigen Aufenthalts in Großhennersdorf (Oberlausitz) den Umgang mit der Kamera und die Bild- und Tonmontage im Schnittraum. Ihr gemeinsames Werk präsentierten sie dem Publikum auf dem 23. Jahrgang des Neiße Film Festivals, das mit unserer Förderung alljährlich Ende Mai stattfindet.


Das zentrale Thema des Festivals wie auch des Workshops „Alles andere zeigt die Zeit“ spielte auf einen Dokumentarfilm des Regisseurs Andreas Voigt an, der „die Vergangenheit aufspürt und sie als unabgeschlossene Aktualität sichtbar macht“. Die Jugendlichen machten sich mit der Kamera auf den Weg zu deutschen, tschechischen und polnischen Zeitzeugen der Geschichte des Dreiländerecks – einer Region, in der sich die Vergangenheit der drei Länder wie auch ihre Entwicklungen nach dem Fall des kommunistischen Regimes kreuzen. Sie hielten die Geschichten und Erfahrungen der Zeitzeugen fest und konfrontierten sie mit ihrer eigenen Sicht auf die Ereignisse. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei der Frage, wer ihre Weltwahrnehmung beeinflusst und prägt und welche Rolle dabei Eltern, Großeltern, Lehrer, Medien oder soziale Netzwerke spielen. Im weiteren Kontext beschäftigten sie sich auch damit, wie die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner des Dreiländerecks leben und welche Bedeutung die multinationale Grenzregion in der europäischen Gemeinschaft hat.


Während ihrer kreativen Arbeit im gemischten Team durchliefen die jungen Leute sowohl eine innere als auch eine nach außen gerichtete, auf die reale Welt des Dreiländerecks bezogene, Reflexion. Sie diskutierten über gesellschaftliche Themen und Werte wie Freiheit, Demokratie, Solidarität und Verantwortung. In den Diskussionen konnten sie ihre Standpunkte vertreten, anderen zuhören und voneinander lernen und entdeckten somit während des Workshops einen möglichen Weg zu Verständnis, Gegenseitigkeit wie auch zu persönlicher Entwicklung und Bereicherung. Der Workshop griff unser Jahresthema 2026 auf, das wir der jungen Generation in Deutschland und Tschechien zu Beginn des 21. Jahrhunderts gewidmet haben.


