15. April 2026

Hamburg durch die Augen von Schülern

Ein digitaler Hamburg-Reiseführer ist das Ergebnis eines Treffens von Schülerinnen und Schülern des Prager Gymnasiums Na Zatlance und des Hamburger Gymnasiums Grootmoor. Unser Projekt des Monats März.

Hamburg, Deutschlands größter Hafen, wird auch das Tor zur Welt genannt. Durch dieses Tor begaben sich im März Schülerinnen und Schüler aus den höheren Jahrgängen des Gymnasiums Na Zatlance, um ihre Altersgenossen vom dortigen Gymnasium Grootmoor kennenzulernen. Gemeinsam folgten sie den Spuren der reichen Vergangenheit und modernen Gegenwart der sich rasch entwickelnden Metropole und Handelsdrehscheibe an der Mündung der Elbe in die Nordsee.

Zusammen entdeckten sie eine lebendige, schöne wie auch von Gegensätzen geprägte Stadt. Neben dem historischen Stadtkern mit dem Rathaus und der Speicherstadt, dem weltgrößten zusammenhängenden Hafenlagerkomplex, der Teil des UNESCO-Welterbes ist, lernten sie auch ein technisches Unikat – den Alten Elbtunnel – oder ein originales historisches U-Boot kennen. Einen Kontrast dazu bildete die moderne HafenCity mit der Elbphilharmonie.

Die Stadt war für sie jedoch nicht nur ein touristisches Reiseziel, sondern auch ein interessantes Terrain für ihre Recherchen. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei Stadtvierteln, die vor allem für junge Menschen attraktiv sind. Diese untersuchten sie unter Aspekten wie Lebensstandard, soziale Zusammensetzung, Wohnraumverfügbarkeit, Bildung, Infrastruktur, Dienstleistungen und Umwelt. Sie sprachen mit Bewohnerinnen und Bewohnern und dokumentierten Kontraste und Besonderheiten. Maßstab für ihre Auswahl waren Lebensqualität und Gesamtatmosphäre.

Um ihre Erfahrungen und Erkenntnisse nicht für sich zu behalten, erstellten die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Na Zatlance nach ihrer Rückkehr einen Digitalen Hamburg-Reiseführer für junge Leute. Dabei handelt es sich um einen interaktiven Online-Stadtplan und gleichzeitig um ein digitales Reisetagebuch. Er enthält Tipps, Fotos, persönliche Beobachtungen und Kommentare und bietet damit einen authentischen Blick junger Menschen, der auch ihre Altersgenossen zu einem Besuch in der Stadt inspirieren kann. Ebenso wie die Fotoausstellung, die sie in ihrer Schule installierten.

Als wichtigsten Gewinn nannten die Schüler die Möglichkeit, in einem authentischen Umfeld aktiv in der Fremdsprache zu kommunizieren – in den Gastfamilien, bei der gemeinsamen Arbeit mit ihren Freunden oder auf der Straße, wo sie beim Ansprechen unbekannter Menschen ihre Scheu überwinden mussten. Die Anwendung der deutschen Sprache in realen Situationen war für sie der stärkste Motivationsfaktor zum Weiterlernen.

Schüleraustausche sind wichtig, um den Horizont junger Menschen zu erweitern. Gelingt es zudem, sie mit einem Programm zu füllen, in dem die Schüler ihre Kenntnisse und Fertigkeiten weiterentwickeln können, bedeuten sie neben der Freude an neuen Freundschaften auch eine innere Bereicherung. Bei diesem Austausch konnten die tschechischen Gymnasiasten gemeinsam mit ihren neuen Freunden eine wichtige Stadt im Nachbarland wirklich intensiv kennenlernen.

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