30. Prager Theaterfestival deutscher Sprache
Der 30. Jahrgang brachte Aufführungen deutschsprachiger Theater auf die tschechische Bühne. Unser Projekt des Monats November.

Das Festival ist ein kulturelles Highlight der Herbstsaison: Schon zum dreißigsten Mal gastierten Ensembles großer Theater wie auch Kammerbühnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein in Prag! Ihre Aufführungen fanden auch beim tschechischen Publikum Anklang. Ausgewählt werden sie jedes Jahr von erfahrenen Dramaturgen, dem derzeitigen Direktor Petr Štědroň und der emeritierten Direktorin Jitka Jílková. Gemeinsam mit ihnen feierten wir das runde Jubiläum des Festivals, das wir alljährlich als Generalpartner fördern. Die internationale Theaterschau öffnet Wege zu gegenseitigem Kennenlernen, gegenseitiger Inspiration und Zusammenarbeit. Gleichzeitig ist es eine Begegnungsplattform, die deutsche und tschechische Kunstschaffende mit ihrem Publikum sowie die kulturelle Öffentlichkeit, Diplomaten und Politiker zusammenbringt.

Der 30. Festivaljahrgang reflektierte 80 Jahre nach Kriegsende die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs. Auf diesen Jahrestag bezog sich auch unser Thema des Jahres 2025 „Wie sagt man heute ,never again‘?“, zu dem über hundert Projekte eingereicht wurden, darunter eine Dramatisierung von Günter Grass‘ großem Roman „Die Blechtrommel“, die in Zusammenarbeit des deutschen Regisseurs Armin Petras mit tschechischen Schauspielerinnen und Schauspielern entstand. Das Stück, dessen Erstaufführung zur feierlichen Eröffnung des Festivals stattfand, gehört nun zum Repertoire des Prager Theaters Na zábradlí.

Im Rahmen des Begleitprogramms feierte eine Audioversion des Tagebuchs der Anne Frank in der künstlerisch-dokumentarischen Adaption des Regisseurs Miroslav Bambušek Premiere. Die insgesamt fünfstündige Tonaufnahme wurde vom Verlag Triáda herausgegeben und ist auf CD oder als Stream in der Audiothek erhältlich.

Nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute wird die Welt wieder von Konflikten, Spannungen und Unsicherheiten erschüttert, die Einfluss auf unser Leben und auf die Atmosphäre in der gesamten Gesellschaft haben. Wir suchen nach Gleichgewicht, überdenken den Sinn unserer Existenz neu. Doch manchmal genügen schon ein paar Worte oder eine Geste, um die innere Unruhe verschwinden und uns wieder Hoffnung schöpfen zu lassen. Trost spenden war das Motto der 30. Ausgabe dieses Festivals. Wir hoffen, es ist gelungen, und wir wünschen ihm, dass es dieses Anliegen auch in den kommenden Jahren erfüllt.


