15. Oktober 2026

Impossible Horizons: Zeitgenössischer Tanz näher an den Menschen

Tänzerinnen und Tänzer präsentierten ihre urbane Sinfonie in Wohnsiedlungen in Prag und Dresden. Projekt des Monats September.

Sie schlossen sich zusammen, um ihre Kunst direkt zu den Menschen zu bringen – in ihre Straßen und ihr Zuhause. Sie bezogen sie in den kreativen Prozess ein. Sie eröffneten ihnen neue Perspektiven auf ihre Umgebung und eine neue Wahrnehmung des Raumes, der für sie alltäglich geworden war. Ein Team aus tschechischen und deutschen Tänzerinnen und Tänzern erschuf Impossible Horizons. Eine Site-Specific-Performance inmitten von Wohnsiedlungen in Dresden und Prag, die Ende September Teil des internationalen Festivals für zeitgenössische Kunst „4 + 4 Tage“ war.

Sie tanzten überall! Nicht nur in den Straßen und Innenhöfen, sondern auch auf Häuserdächern und Balkonen. So traten sie ganz natürlich in einen Dialog mit einer Stadt in ständiger Bewegung. Und vor allem mit den Bewohnern der Prager Siedlung Háje und des Dresdner Stadtteils Innere Neustadt. Aus Gesprächen über ihr Leben in diesem Umfeld entwickelten sie die Choreografie. Dabei bezogen sie auch die Anwohner selbst bei alltäglichen Tätigkeiten wie dem Teppichklopfen oder dem Einschalten des Radios ein. Ihre Straße verwandelte sich in eine Bühne. Fenster, Wände und Fassaden sprachen mit ihren Stimmen und erhielten neue Bedeutungen.

Das Projekt entstand in Koproduktion des deutschen Ensembles Situation productions unter der künstlerischen Leitung von Anna Till und der tschechischen Künstlergruppe DanceConnected. Sie arbeiteten mit dem Societaetstheater und dem Festival „4 + 4 dny v pohybu“ (4+4 Tage in Bewegung) zusammen; gemeinsam gelang es ihnen, die Dresdner und Prager Tanzszene zu vernetzen.

Die Aufführung Impossible Horizons eröffnete Raum für weitere Partnerschaften und brachte dem zeitgenössischen Tanz ein neues Publikum. Sie zeigte, wie gemeinsames Gestalten nicht nur Künstlerinnen und Künstler aus zwei Ländern verbinden kann, sondern auch Menschen, die mit ihnen dasselbe Umfeld in einer Stadt teilen. Der gesamte kreative Prozess und die Tanzperformance wurden in einem Dokumentarfilm der Produktionsgesellschaft Hechtfilm-Dresden festgehalten.

Geförderte Projekte